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Materia Prima 

 Paperback
492 Seiten
ISBN 978-3-7386-4159-2
Verlag: Books on Demand

€ 15,50

 

 

Sie bekommen es bei allen gängigen Händlern.

Dieses Buch ist auch als E-book verfügbar.

Für ein E-Book brauchen Sie nicht unbedingt einen Reader, man kann die Datei auch als PDF für den Computer downloaden.

 

Inhalt:

... Im Oberharz, nahe Clausthal Zellerfeld gibt es eine Waldparzelle mit einer ganz besonderen Geschichte. Eine Köhlerhütte steht dort, wo viele Jahrhunderte zuvor die Behausung eines Alchemisten stand. Die Waldparzelle und seine Rechte an Bodenschätzen wurde einst einem Medicus und einer Heilerin übereignet, die sich um die Menschen im damaligen Klausthal verdient gemacht hatten.

 

Es war der junge Medicus aus Wittenberg Chuonradius von Bartholdi und die Harzer Heilerin Agnes, die sich einer ebenso grausamen wie mysteriösen Krankheit entgegenstellten, die viele Bewohner des Oberharzes tötete. Bartoldi bekam von einem Alchemisten ein Einhorn, aus dem er die sagenumwobene Materia Prima , die Universalmedizin herstellte und an die Menschen in Clusdale und Zella verteilte. Tatsächlich verschwand die Seuche, die zuvor schlimmer gewütet hatte, als die Pest.

Doch nach fast 500 Jahren kehrte sie zurück!

Sind es die Harz Götter, die den Menschen zürnen? Oder ist die Goldmünze aus dem 16. Jahrhundert, die man auf der Waldparzelle nahe der alten Hütte fand, wirklich verflucht?

 Die moderne Medizin ist machtlos und das große Sterben beginnt erneut.

 Zudem gerät das Leben der Nachfahren von Bartholdi und Agnes urplötzlich völlig aus den Fugen. Die Schwestern Isa und Anna Baader verlieren alles.Isa und der junge Arzt Stefan Berger stellen sich der Krankheit entgegen. Doch Stefan erkrankt und Isa wird als Mörderin gesucht. Ihre Schwester Anna verschwindet spurlos.

 Wer wird siegen? Die Menschen? Oder die Seuche?

 

 

Der geneigte Leser wird merken, bei Materia Prima habe ich mich an einem etwas anderen Schreibstil versucht. Nämlich jenem Stil, den man zurzeit häufig im Genre Thriller findet . Die Kapitel sind nicht allzu lang und die Perspektive wechselt mit jedem Kapitel. Erst wenn am Schluss der Spannungsbogen steiler wird, kehrt etwas mehr Ruhe in den Schreibstil ein und es bleibt bei einer Perspektive.

Dieser Stil, bringt schon im Beginn der Erzählung - der eigentlich der Vorstellung der Charaktere vorbehalten ist - etwas Spannung. Perspektivwechsel bedeuten aber auch eine gewisse Unruhe.   Die kürzeren Kapitel mögen heute all die Leser, die über den Tag verteilt immer mal wieder zwischendurch lesen. Der typische E-Book Leser ...

Allerdings ist es bei diesem Schreibstil schwieriger, die Charaktere darzustellen. Diejenigen unter Ihnen, die ein Buch intensiver in Ihrer Lieblingsleseecke konsumieren, werden bei den Protagonisten eine gewisse  Tiefe vermissen. Aber dieser Roman ist auch nicht als Serie geplant; In so einem Falle stehen die Charaktere immer ein wenig hinter der Story.

 

VIEL SPASS!

 

Leseprobe:

 

  

Ein sanfter Windstoß kräuselte die Oberfläche des Waldsees. Der Mann stand zwischen den Tannen, oberhalb des kleinen Bergbauteiches und betrachtete versonnen das nahezu schwarz wirkende Wasser. Hohe Bäume hatten jedes verfügbare Plätzchen bis zum Ufer erobert und ließen der Sonne kaum eine Chance. Der Mann kannte die Gegend gut genug um zu wissen, dass das Wasser auch im Sommer eiskalt und tückisch war, denn es handelte sich nicht um einen natürlichen Waldsee; Menschen hatten vor langer Zeit eine sechs Meter hohe Staumauer aufgetürmt, um den Langebach zu einem Bergbauteich zu stauen. Sein Wasser trieb einst Förderräder von Erzgruben an – zu einer Zeit, als es dem Oberharz noch gut ging.

Dieser Stauteich war einer von rund Hundertzwanzig künstlichen Seen und Teichen, die sich über den Oberharz verteilten. Dieser war so abgelegen, dass sich kaum jemals ein Besucher hier her verirrte. Der Mann wandte sich um und setzte seinen Weg durch den Harzwald fort, der den Menschen seit alters her so viel Angst machte, dass sich bizarre Sagen um die Gegend rankten.

Das Sonnenlicht drängte durch ein Gewirr dichter Blätter und Tannenzweige. Allmählich begann das Licht, in ein warmes Rot überzugehen. Die sich ankündigende Dämmerung schien den Mann nicht zu stören, obwohl man sich noch heute hinter vorgehaltener Hand riet, den Harzwald bei Dunkelheit zu meiden.

Mit einem Sprung setzte der Mann über einen Bach. Hier folgte die Natur den Jahreszeiten mit einem wohltuendem, die Jahrhunderte überdauernden Gleichmut. Hier oben, wo die Mondzeiten das Wetter und damit den Stand der Vegetation vorgaben, konnte man noch das Tun der alten Götter spüren.

Der April ging zu Ende. Heute. Es war Walpurgisnacht, das keltische Beltanefest. Die Göttin übergab das Zepter an den Sonnengott. Unwillkürlich spähte der Mann nach Osten. Natürlich konnte man den Brocken von hier nicht sehen, doch es war gut zu wissen, dass er da war.

Seiner sehnigen, schmalen Gestalt war nicht anzusehen, dass er seinen Tag zum großen Teil hinter einem Schreibtisch verbrachte. Früher – ja, früher hatte er so manche Nacht unter freiem Himmel verbracht. Am liebsten würde er auch heute hier draußen bleiben. Der Wald lichtete sich. Die Raunächte des letzten Winters hatten hier eine Schneise der Verwüstung in den Wald geschlagen. Ob die Köhlerhütte die winterliche Sturmattacke überstanden hatte? Er suchte sich einen Weg zwischen den zahlreichen umgestürzten Bäumen hindurch. Wie Mikado Stangen lagen die Fichtenstämme auf der Ebene verteilt, zum Teil übereinander. Zahlreiche Wurzelballen stakten in die Höhe und hinterließen ein Erdloch, dass sofort von dem vorherrschenden Element des Harzes erobert worden war – dem Wasser. In Mitten des Chaos‘ ragten zudem runde Felsköpfe aus dem Waldboden. Der Geschichtsforscher erreichte den Pfad, der sich durch vormals stolzen Fichtenwald zog und folgte ihm bergan, bis zu jener Baumgrenze, an der der Wintersturm seine Kraft verloren hatte. Von einer Felswand im Rücken und tiefer wurzelnden Laubbäumen an den Flanken geschützt, hatten die Bäume hier dem Sturm erfolgreich getrotzt. Im Schatten betagter Tannen sah er die Hütte.

Silberfarbene Stämme gruppierten sich im Kreis, fast wie bei einem Indianertipi, und lehnten sich oben in einem kleineren Ring aneinander. Einige wenige Stangen überragten die anderen, sie hielten ein rundes Gebilde, das als Schutz gegen Regen über einer Öffnung fungierte. Zwischen den Stämmen und dem runden Dach, das grasbewachsen wie eine Pudelmütze oben auf der Köhlerhütte thronte, war genügend Platz, dass der Rauch eines Feuers im Inneren der Hütte entweichen konnte.

Der Mann trat durch den Vorbau aus schiefen Ständern und einem löchrigen Dach aus groben Brettern ins Innere der Rundhütte. Hier hatte schon lange kein Feuer mehr gebrannt. Ihn überkam urplötzlich der dringende Wunsch, seine luxuriöse Wohnung in Göttingen gegen diese Hütte mitten im Wald eintauschen zu können. Wenn das nur möglich wäre …

Die Unerfüllbarkeit dieses Wunsches tat regelrecht weh, so verließ er die Hütte wieder und ließ die Ruhe des Ortes auf sich wirken. Mit zunehmender Dunkelheit präsentierte sich der Wald in einer Vielzahl von Schwarznuancen. Warum, so fragte sich der Mann in diesem Moment, malten Maler nicht mehr in Schwarz? Schwarz war in der Natur eine allgegenwärtige und sehr lebendige Farbe. Aber man malte ja auch keine Natur mehr. Es gab ja Fotoapparate. Und sollten die Fotos zu viel Schwarz enthalten, dann hellte man sie auf. Die Menschen hatten Angst vor allem, was schwarz war.

Der Mann sog die Luft ein, schloss die Augen und genoss die Stille. Dieses Waldstück mit der Hütte darauf war etwas ganz Besonderes … leider. Es war als eines der letzten Waldstücke noch in privatem Besitz, ein Besitz, der über viele Generationen weitergegeben worden war. Doch seine Besitzer ahnten weder etwas von seiner Schönheit, noch von seiner Geschichte oder dem Schatz, den dieses Stück Land barg. Hier war Wulf von Eichen gestorben, hier hatten Agnes und Bartholdi gelebt. Genau hier. Da war er sicher.

Er hatte beide Frauen angerufen. Die eine Schwester hatte ihn an die andere Schwester verwiesen und die wiederum hatte ihn an einen Anwalt weitergereicht.

„Die eine ist weltfremd und die andere arrogant. Den Beiden wünschte ich einen Zusammenbruch ihrer komfortablen Welten sodass sie hier her kommen müssten. Vielleicht würden sie dann begreifen …“ Zornig blickte er über die Lichtung, als sein Blick wie magisch vom Mond angezogen wurde. „Vollmond … und das direkt an Beltane“, murmelte er lächelnd. „An einem solchen Tag hören die alten Götter zu, da sollte ich vielleicht mit solchen Wünschen vorsichtig sein!“

Der Wald wirkte unendlich friedlich. Mondlicht erhellte die Fläche in fahlen Grautönen. Mit zusammengekniffenen Augen blickte er auf den Schatten eines Wurzelballens, vielleicht fünfzehn Meter entfernt. In Schulterhöhe glitzerte etwas. Was war das? Er ging darauf zu, das Glitzern fest im Blick. Gerade als er die Wurzel erreichte, schob sich eine Wolke vor den Mond und das Glitzern verschwand. Ein Windhauch traf ihn und ließ die Äste leise rauschen. Es klang wie ein verhaltenes Lachen. Die Götter des Harzes galten als launisch. Sie narrten ihn gerade.

Unwillig betrachtete er den Wurzelballen. Nichts. Er fuhr vorsichtig mit den Handflächen über das Gewirr aus Erde und Wurzelgeflecht. Gerade, als er aufgeben wollte, kehrte das Mondlicht zurück und mit ihm das Glitzern … direkt zwischen seinen Händen. Er griff zu und fühlte etwas Hartes zwischen den Fingern. Für einen Kiesel war es zu rund. Erdkrümel rieselten ihm durch die Finger, doch das Etwas hielt sich eisern fest. Nun fühlte er die Form. Es war ein Ring. Er hing fest. Vorsichtig zog er an dem Wurzelgeflecht, riss Wurzel um Wurzel durch, bis das Kleinod in seine Hand plumpste. Ungläubig starrte er das Schmuckstück an. Im Mondlicht war nicht zu erkennen, ob es sich um Silber oder Gold handelte. Es war tatsächlich ein Ring mit einem großen, ovalen Stein, dessen helle Sprenkel das Mondlicht reflektierten. Ein großes Stück Dreck löste sich und bröselte aus der Rundung. Seine Fingerspitze fuhr über das Innere des Ringes und erfühlte zarte Unebenheiten. Eine Inschrift? Er hielt den Ring ins Mondlicht und konnte kaum glauben, was er sah.

 

Wittenberg anno 3. Juno 1582

Werter Herr von Eichen!

Erlaubt mir, mich Euch nochmaligst aufzudrängen, nachdem ich Eure Zeit jüngst im Schlosse zu Hartesberg bereits über alle Maßen beansprucht. Es waren eure Worte, jenes uredle Kleinod betreffend, die mir seither nicht mehr aus dem Sinne gehen wollen.

Angesehener Gelehrter der medizinischen Künste bin ich und doch, wie herb schmerzlich ist mein Scheitern. Erfahrene und belobte Baader und Kollegen rühmen das Wissen, welch mir zu eigen und doch, es ist gerade meine geliebte Frau Elisabeth, der ich nicht zu helfen vermag.

Selbstredend weiß auch ich, dass so manches Ungleichgewicht der Säfte, dessen der Körper sein Kranksein verdankt, nicht zu beheben ist. Und es sind eben die Geschwülste -, sie beschweren jene göttliche Partie einer Frau, welche Leben in Form von Milch schenken - die wohl niemand zu heilen vermag. Seit langer Zeit ist auch meine geliebte Elisabeth diesem Ungleichgewicht anheim gefallen. Nun kommen die Schmerzen und ich weiß allzu gut, was meine liebreizende, noch so junge Frau erwartet, sah ich’s doch mannigfaltig bei anderen. Verzweifelt bin ich, denn mich dünkt, das Unabänderliche bedingt sich lediglich durch mein Nichtwissen.

Belehrt im Wesen des trockenen Wassers, im Mercurion und seinen Gegenspieler Sulphur, in den Elementen und Säften des Körpers – und doch so machtlos. Wer bin ich, der ich auf die Materia Prima der Medicin zu hoffen wage. Ist sie mineralisch? Ist sie feuriges Wasser? Ist sie vegetabilisch? Oder ist sie gar doch tierisch? Nichts anderes beschäftigt meinen in tiefer Verzweiflung umherirrenden Geist noch mehr. Ihr ahnt mein Begehr, es ist das sagenumwobene Horn aus jener Höhle, von dem Ihr mir seinerzeit erzähltet. Ich wünscht, ich könnte aufbrechen, noch zur Stund und jene Höhle im tiefen Harce nach einem weiteren Kleinod wie das Eure durchpflügen, das Einhorn, aus der die Materia Prima extrahierbar sein soll. Ist es nicht die tierische Entsprechung des trockenen Wassers?

Nun mehr, ich wage meine Bitte kaum zu formulieren, ist sie doch gleichermaßen anmaßend wie ungebührlich und doch tue ich es, wie ich für meine Elisabeth alles tun würde. Würdet Ihr wohl in Erwägung ziehen können, mir dieses unendlich wertvolle Horn überlassen? Oder wenigstens ein Fragmentum dessen?

Wertester Herr von Eichen, solltet Ihr euch entschließen, meinem Wunsche zu entsprechen, so setzt Euren Preis fest. Kein feilschen wird es geben und ich zahle euch, was ihr wünscht. Eine Anzahlung liegt meinen Zeilen bei. Behaltet diese auch, wenn eure Antwort eine abschlägige sein soll, denn das Stückchen Hoffnung auf die Erlangung der Materia Prima ist es wert.

 In der Hoffnung Eurer baldigen Antwort

Verbleibe ich mit vorzüglicher Hochachtung

Chuonradus von Bartholdi

 

Das schwere, mit gelblichen Schlieren durchsetzte Pergament wurde zur Seite geschoben. Er legte den Ring darauf. Mittlerweile wusste er, der Ring war alt. Sehr alt. Aus Gold, mit einem Almandin in einer Steigbügelfassung, typisch für Schmuck des 16. Jahrhunderts. Natürlich kannte Professor Georg Mertens die historischen Briefe in und auswendig, doch erst jetzt erwachten die Worte wirklich zum Leben. Er zog sich ein weiteres Blatt heran.

Zella anno 5. August 1582

Hochwohlgeborener Herr von Bartholdi!

Verzeiht die viel zu lange Schweigsamkeit meinerseits. Wie mürbend muss dies für Euch gewesen sein. Doch es ergab sich ein bedauerliches Missverständnis mit dem verehrten Herzog von Braunschweig-Grubenhagen, welches mich veranlasste, dem Schlosse zu Hartesberg vorerst den Rücken zu kehren. Euer Schreiben erreichte mich über Umwege. Leider verbreitete dieser unselige Wicht bei dem hoch verehrten Herzog übelste Worte über meine Profession, doch ist bereits ein Freund und Advocatus auf dem Weg der meinem Rufe beistehen wird. Sicher wird sich diese ärgerliche Scharade alsbald aufklären.

Nun genug der Worte um meine Person, die ihr künftig erreichet bei einer Verwandten droben im hohen Harce in Zella. Es bot sich anzutreten, einen lang fälligen Besuch bei der Dame Agnes von Kettwig am Rande des Grubenhagener Territoriums. Die dortige kleine Bergbaugemeinschaft bat mich als Gelehrten der Metallurgie um Rat, einem Ersuchen, dem nachzukommen mir in mehrfacher Hinsicht pässlich war.

Gar arg schüttelte mich das Mitgefühl mit Euch und Eurer Gemahlin Schicksal, als ich Euren Zeilen folgte. Auch ich sah eine liebe Base durch jene teuflischen Bruststeine dahingehen. Umso mehr fühle ich mich geschmeichelt, dass ein Geist von so profundem Wissen wie der Eure mir, einem bescheidenen Gelehrten der Alchemie Gehör schenkte und mehr noch, dass diese meine plappernden Worte Euch, hochverehrter Bartholdi, so nachhaltig erreichten. Umso mehr, da ich heute erfahre, mit welcher Last dieser, Euer Geist beschwert ward. Doch lasst mich in Medias Res gehen, zum Einhorn, denn mir scheint, Euch ist Eile geboten.

Seit ich das Kleinod des gehörnten Pferdes in jener Höhle im westlichen Harce Schwärze und Stein entringen konnt, frage ich mich, welche Menschen es wert seien, dass seine Kraft ihnen helfe. Mich düngt, Eurer Schreiben gab mir einen göttlichen Wink. Es soll für Eure wunderbare Gattin Elisabeth sein. Und mehr noch, es soll Eurer in seiner Ganzheit sein. Denn wer bin ich, jene Gerechten zu finden, die der heilenden Kraft des Einhorns bedürfen? Dazu bedarf es eines so gut beleumundeten Medicus, wie Ihr es seid. So sollt Ihr und die Universitas zu Wittenberg über das Exilier des Lebens, gewonnen aus dem Einhorn des Harces, verfügen. Käme doch so Gnade und Bedürftigkeit auf das Trefflichste zusammen.

Da ich bei Euch wohl kein Laboratorium meiner Ausführlichkeit vorfinde und ich mich zudem ein wenig geziere, mit einem Artefaktum, das anderen Orts mit Gold aufgewogen wird, durch die Lande zu ziehen, schlage ich vor, Ihr bemüht euch zu mir in den hohen Harce. Es bedarf der zehn alchemistischen Stufen genaustem und sorgfältigem Werkens, um aus dem Horne die Panaecee, jene sagenumwobene Einhornmilch zu gewinnen, die als Universalmedizin und Materia Prima jedwedes Ungemach heilt.

Selbstredend wird es mir eine Ehre sein, Euch in die Geheimnisse der Calcination, Solution und Putrefaction einzuführen, ein Gebiet welches nur sorgsam geprüften Adepten zu vermitteln erlaubt ist. Da Euer Ruf außer Frage steht, will ich euch unterweisen, auf das hernach Eurer wunderbaren Gemahlin geholfen werden kann.

In vorzüglicher Hochachtung

Wolf von Eichen

 

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