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 Corina C. Klengel

  

 

   

 

 

 

 

Liebe Leser!

Für Ihre Begeisterung über mein neustes Baby „Harzteufel“ danke ich Ihnen allen sehr.

Bereits nach so kurzer Zeit des Erscheinens haben mir einige ihre ersten Einschätzung geschrieben und mir Fragen zu den Hintergrundthemen gestellt, die ich hier beantworten möchte.

 

Mehrere Leser waren etwas abgestoßen über die Textstelle am Anfang, in der ich einen harten Exorzismus beschreibe. Als ich mein Geschriebenes las, war ich selbst überrascht. Ich fragte sogar meinen Lektor Sascha Exner, der mir immer ein sehr guter Berater ist, ob wir das so stehen lassen wollen – wir wollten.

Es hat mich sehr erschüttert, dass es noch heute Fälle von Exorzismus gibt - und dass Menschen dabei sterben. Der Journalist Marcus Wegener hat in seinem Buch „Exorzismus heute“ Erschreckendes zusammengetragen. Ich habe seine Quellen nachrecherchiert und war schockiert. Vielleicht ist diese Textreprise deshalb so herb geraten. Sie finden die wichtigsten Hinweise dazu in den Zitaten und Quellen, die meinen Kapiteln vorangestellt sind.

 

Nach dem Exorzismus und seinem traurigen Ergebnis schlingert die Geschichte aber wie gewohnt zwischen Spannung und launigen Dialogen hin und her.

 

Zudem fordert der Anfang dem Leser ein wenig Geduld ab. Ich beginne mit mehreren Geschehenssträngen, durch die man sich hindurcharbeiten muss, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt. Umso spannender wird es, wenn der aufmerksame Leser erkennt, wohin die Reise geht und wann sich die unterschiedlichen Stränge aufeinander zubewegen. Die Verbrechen in Harzteufel sind so verzwickt, dass es beide Geschichten braucht, um die Rätsel zu lösen. Da es für Tilla aufgrund ihres Glaubens keine Zufälle gibt, erkennt sie die Zusammenhänge schneller.

 

Nun zur nächsten Frage einiger Leser, die Bibelstelle 1. Mose. 6.

Wer in der Bibel nachschaut, der wird enttäuscht bemerken, wie kurz sie ist. Sie spielt aber, wie ich durch meine Recherche erfuhr, spielt eine Schlüsselrolle in der gesamten Mystik des Christentums. Immerhin ist sie Auslöser für die Sintflut.

Viele Religionstheoretiker sehen diese Stelle als „Höllensturz“ an. Allerdings fielen die Göttersöhne eher ab als „runter“.

Dass dort von Göttersöhnen im Plural gesprochen wird, hat mich auch sehr überrascht. Aber so erklärt sich auch der Begriff Satan – von Satanel, der Erstgeborene.

 

Das Wort Nephilim selbst findet man gar nicht in der Bibel selbst (oder mir ist es entgangen). Die Geschichte, die zu dieser Bibelstelle gehört, ist das Buch Henoch, welches man in Auszügen im Internet findet. Dabei handelt es sich um eine Schrift, die man bei den Ausgrabungen in Qumran fand. EinTeil daraus ist das Buch der Wächter, wo beschrieben wird, wie sich die Engel unter ihrem Anführer (Semjasa) Menschenfrauen nehmen. Henoch selbst fungiert als Mittler zwischen Gott und den abtrünnigen Engeln, die gerne zurück in den siebten Himmel zu Gott wollten.

 

Teil des Henoch Buches ist auch das Buch der Giganten, über das Bibelhistoriker rätseln. Man vermutet, dass sich Henoch auf die Nephilim bezieht, also die Nachkommen der Göttersöhnen und Menschenfrauen. Sie waren mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet. Sonderbefähigungen machten sie zu erhabenen Wesen, zu Riesen/Giganten eben. Im Buch der Giganten ist aber auch von Helden die Rede. Ist wie bei allen Bibeltexten eine Frage der Übersetzung.

Die Göttersöhne, so heißt es bei Henoch, unterwiesen ihre Frauen in der Anwendung der Magie und deren Brüder in der Schmiedekunst. Damit ist diese Quelle der Beginn des Hexenhasses und führt direkt zu Exodus 22.17 – Eine Hexe/Zauberin sollst du nicht am Leben lassen.

Magie wird mit Erkenntnis gleichgesetzt, deshalb sehen Religionstheoretiker in Moses 1.6 auch einen Bezug zum Sündenfall.

Das Ganze erklärt anschaulich, warum Schmiedemeister in früheren Zeiten immer eine so Sonderstellung hatten. Die Kelten, Dorn im Auge der Christen, waren für ihre Schmiedekunst berühmt. Der Keltengott Lugh, den die Christen zu Luzifer machten, er wurde als Waise von einem Schmied aufgezogen. Der Held Siegfried ebenfalls. Die Schmiedemeister waren früher zugleich Totengräber und auch Baader (Chirurgen). Als Heiler/Baader arbeiteten sie mit Kräuterkundigen zusammen. Lange Zeit befanden sich die Schmiedestellen nicht innerhalb der Dorfmauern, sondern außerhalb – nämlich dort, wo die Kräuterfraun (Hexe) die Pflanzen fanden, die sie für ihre Medizin benötigten. Und hier ist der Bezug zu der Quelle rund um die Keltenfeuer, die als Totenfeuer, Schmiedefeuer und möglicherweise auch zur Nachrichtenübermittlung dienten.

 

Liebe Grüße

Corina C. Klengel  

 

 

Lesungstermine:

26. April Bovenden, Bibliothek

21. Mai Bad Grund, Waschkaue im Bergwerk 

19. Juni, Baumwipfelpfad, Bad Harzburg

10. Oktober, Zinnfigurenmuseum Goslar

 

 

 


Weitere Informationen über Lesungen entnehmen Sie auch der Seite: www.harzkrimis.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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